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Erste Corona-Impfungen für Geflüchtete

Mobiles Impfteam war an zwei Standorten präsent

Die ersten 130 von 600 impfberechtigten Bewohner*innen der Lübecker Flüchtlingsunterkünfte haben jetzt  - als Angehörige der Prioritätengruppe 2 - ihre erste Corona-Schutzimpfung erhalten. Zu ihnen gehören auch Satenik Avetisyan und ihr Mann. Die armenische Familie wohnt mit zwei Töchtern in der Gemeinschaftsunterkunft Polarisweg. Die 34-Jährige ist sehr froh über ihre Impfung: „Ich habe keine Angst“, sagt sie und betont: „Das ist wichtig für unsere Gesundheit.“ 

Am Mittwoch (28.4.) hatte die Gemeindediakonie Lübeck in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) zwei Impfzentren auf dem Gelände der Gemeinschaftsunterkünfte Fackenburger Allee (St. Lorenz-Nord) und Festwiesenweg (Kücknitz) aufgebaut. Auch Mitarbeitende der Unterkünfte waren berechtigt und nahmen die Gelegenheit wahr, sich impfen zu lassen.

„Die Impfaktion ist uns sehr wichtig im Sinne der Gesundheit aller, die in den Unterkünften leben und arbeiten“, betonte André Weidmann, Leiter des Bereichs Obdach und Asyl der Gemeindediakonie Lübeck. „Einige Bewohner hier vor Ort haben sich spontan noch zur Impfung angemeldet, nachdem sie mitbekommen haben, dass es den Geimpften gut geht“, berichtet der Stellvertretende Leiter Obdach und Asyl, Heiko Praetz. Das werde sich sicherlich auch in den anderen Unterkünften herumsprechen.

Die Mitarbeitenden in den Unterkünften haben den Bewohner*innen vorab ausführliche Aufklärungsbögen in verschiedenen Sprachen ausgehändigt und ihre Impfbereitschaft erfragt. Die Bögen inklusive einer medizinischen Anamnese wurden dann ausgefüllt wieder eingesammelt. „Die Daten haben wir dann händisch in eine Datenbank der KVSH eingetragen“ so Heiko Praetz. Etwas Verwirrung habe es um den Impfstoff gegeben, ergänzt André Weidmann. Dadurch sei die doppelte Arbeit angefallen. Letztlich sei es dann aber bei dem Impfstoff von Biontech geblieben. Das bedeute, dass es in etwa vier Wochen für alle die zweiten Impfungen geben werde. Weidmann: „Bei der Gelegenheit werden wir womöglich auch weitere Erstimpfungen für Berechtigte anbieten können.“

Im improvisierten Impfzentrum in der Fackenburger Allee lief alles reibungslos. Geduldig warteten die Menschen aus den verschiedenen Wohnanlagen auf dem Hof der Gemeinschaftsunterkunft, begleitet von Betreuer*innen sowie fünf Dolmetscher*innen für die Sprachen Farsi, Dari, Arabisch, Kurdisch, Tigrinya und Russisch. Draußen waren die Anmeldung sowie Wartebereiche aufgebaut. Nach Anmeldung bei der Ärztin des Mobilen Impfteams, Anna-Sophie Liegmann, und bei Heiko Praetz wartete Betreuungsassistent Mustafa Tareq Obaid am Eingang mit dem Fiebermessgerät. „Auch ich konnte mich heute schon impfen lassen“, freute er sich.

Nach dem kurzen Temperaturcheck und Desinfektion der Hände durften die Impflinge einzeln hinter einen Paravent gehen, wo Krankenschwester Stephanie Lewe und eine Mitarbeiterin für die Dokumentation warteten. Von acht Uhr morgens bis in den Nachmittag hinein hat Stephanie Lewe hier ohne Pause durchgeimpft. „Die Leute sind sehr lieb und aufgeschlossen“, sagt sie. „Sie begegnen der Situation sehr positiv.“ 

 

 

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