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Schnelle Hilfe für Jugendliche

Beratungszentrum startet Kampagne an den Schulen

Die Schule hat wieder begonnen und mit ihr ein Stück mehr Normalität für Kinder und Jugendliche  - soweit dies in Zeiten von Corona möglich ist. Doch viele von ihnen leiden noch immer unter den Nachwirkungen des Lockdowns. Das Beratungszentrum Hüxterdamm der Gemeindediakonie Lübeck geht jetzt besonders auf die weiterführenden Schulen zu und macht verstärkt auf ihr bestehendes Beratungsangebot für Jugendliche aufmerksam. Eine Plakataktion soll die Schülerinnen und Schüler direkt ansprechen.

Der Bedarf ist groß: „Im ersten Halbjahr dieses Jahres hatten wir schon so viele Anmeldungen von Jugendlichen wie sonst im ganzen Jahr“ berichtet Diplom-Pädagogin Tana Rosburg. „Die Jugendlichen mussten in den letzten anderthalb Jahren auf Freunde, Hobbys oder Möglichkeiten der Selbstentfaltung verzichten, haben familiäre Konflikte und Nöte erlebt“, so die systemische Familienberaterin. „Die Folgen sind körperliche, aber vor allem psychische Probleme wie Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwäche, Aggressionen, Depressionen und Angstzustände.“ Das gehe bis hin zu selbstverletzendem Verhalten. „Auf einen Therapieplatz müssen die Betroffenen aber bis zu einem Jahr warten“, weiß die Beraterin. „Daher wollen wir ihnen eine Art Übergangsberatung anbieten – einen geschützten Raum, in dem sie sich ihre Not von der Seele reden können.“ Die Beratung ist kostenlos und vertraulich, und je nach Dringlichkeit erhielten die Ratsuchenden „sehr schnell“ einen Termin. 

Im Gegensatz zu Praxen oder Kliniken gehe es hier um „alltagsnahe Hilfen“, so Tanja Rosburg. Sechs Diplom-Psycholog*innen, - Pädagog*innen und -Sozialpädagog*innen, alle mit entsprechenden Zusatzqualifikationen, sind in der Einzelberatung für Jugendliche tätig. „Bei Bedarf und nach Rücksprache mit den Jugendlichen beziehen wir Geschwister oder Eltern mit ein“, erklärt Tanja Rosburg. Gehe es um schulische Probleme, würden wenn nötig auch Schulsozialarbeiter*innen oder Lehrer*innen kontaktiert. „Grundsätzlich arbeiten wir immer gemeinsam mit den Jugendlichen an Veränderungsideen“, so die Pädagogin. „Wir geben ihnen keine Lösungen vor.“

Ticks, Zwangsstörungen, Selbstverletzung oder Depressionen: All das verschwinde nicht einfach, selbst wenn der (Schul-)Alltag sich für die Betroffenen wieder normalisiere. Rosburg: „Die Jugendliche haben durch Corona einen tief empfundenen Verlust erlitten.“ Egal, ob sie mit schweren psychischen Belastungen kämpfen oder einfach mal reden möchten: Das Team ist für die Teenager da.

Das Beratungszentrum am Hüxterdamm 18 bietet Beratungen persönlich, telefonisch, per E-Mail oder per Video an. Anmeldungen sind montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr sowie freitags von 8 bis 13 Uhr unter Telefon (0451) 79 32 29 oder per E-Mail unter
familienberatung@gemeindediakonie-luebeck.de möglich.
 

 

 

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