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Familienzusammenführung: Große Unterstützung

Beratung kann zwei Jahre weitergehen – UNO-Flüchtlingshilfe als Förderer

Mindestens noch zwei weitere Jahre kann die Gemeindediakonie Lübeck Migrant*innen zum Schwerpunkt „Familienzusammenführung“ beraten und außerdem ihr Fachwissen dazu an andere Beratungsstellen weitergeben – dank einer gemeinschaftlichen Förderung durch mehrere Stiftungen sowie die Hansestadt Lübeck. Erstmals als Förderer der Gemeindediakonie mit im Boot ist die Projektförderung der UNO-Flüchtlingshilfe. Sie unterstützt den Beratungsschwerpunkt zunächst für ein Jahr mit knapp 8.000 Euro.

 

Die Possehl-Stiftung hat ihre Förderung bereits für die nächsten zwei Jahre zugesichert, im ersten Jahr hat sie eine Summe von 18.000 Euro bewilligt. Ebenfalls für zwei Jahre fördert die Friedrich Bluhme und Else Jebsen-Stiftung das Projekt und stellt dafür im ersten Jahr 4.000 Euro zur Verfügung. Der Integrationsfonds der Hansestadt Lübeck fördert die Entwicklung eines Beratungsleitfadens für andere Lübecker Träger mit 8.600 Euro, zunächst für ein Jahr. 

 

„Wir sind sehr glücklich, dass dieses wichtige Projekt weitergehen kann“, sagt Diakoniepastorin Dörte Eitel, Geschäftsführerin der Gemeindediakonie. „Familien gehören aus unserer Sicht unbedingt zusammen. Nach den ersten drei Jahren des Projektes wollen wir nun die nächsten zwei Jahre dazu nutzen, dass Lübeck bei diesem Thema nachhaltig gut aufgestellt ist.“ Die Deutsche Fernsehlotterie hatte das Projekt drei Jahre gefördert, die Finanzierung konnte jedoch nicht verlängert werden. Ab September kann die Arbeit weitergehen: Finanziert werden 14,5 Wochenstunden Beratung sowie weitere fünf Wochenstunden für die Entwicklung eines Beratungskonzepts, in das zukünftig verschiedene Träger in Lübeck eingebunden werden.   

 

Migrationsberater Abdulla Mehmud nimmt die Familienzusammenführung von Anfang an mit großer Fachkompetenz und viel Engagement wahr. In den vergangenen drei Jahren hat er bis Ende Juli dieses Jahres mehr als 700 persönliche und telefonische Beratungen durchgeführt und 197 Anträge bei den Deutschen Botschaften in 27 Ländern gestellt. Diese betrafen vor allem Staatsbürger*innen aus Syrien, aber auch aus Afghanistan, Eritrea oder dem Irak. 174 Angehörige konnten in Lübeck wieder mit ihren Familien vereint werden, davon 104 Personen aus Syrien. Viele Angehörige warten jedoch weiterhin auf ein glückliches Ende eines für sie kräftezehrenden Kampfes. Laufend kommen neue Fälle dazu – die Gemeindediakonie rechnet jährlich etwa mit 100 weiteren Anfragen. „Meine Klienten sind oft sehr verzweifelt“, berichtet Mehmud. „Die Verfahren sind kompliziert und langwierig, sie dauern Jahre und die Betroffenen haben alleine keine Chance.“ Berechtigt zum Familiennachzug sind bestimmte Familienangehörige anerkannter Flüchtlinge und Asylberechtigter, außerdem von Geflüchteten aus Bürgerkriegsländern, die nur ein vorübergehendes Bleiberecht haben. Für diese besteht eine Obergrenze von bundesweit 1.000 Personen pro Jahr.

 

„Die Abwesenheit von Eltern, Ehepartnern oder Kindern destabilisiert Menschen und behindert das Ankommen und eine wirkungsvolle Integration in unsere Gesellschaft“, ist Anke Seeberger von der Stabstelle Integration der Hansestadt Lübeck überzeugt. „Die Familienzusammenführung hilft den Menschen sich zu beheimaten, persönliche Chancen zu ergreifen und Lebensperspektiven zu entwickeln.“ Auch die in Bonn ansässige UNO-Flüchtlingshilfe, deutscher Partner des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), findet klare Worte dazu, warum sie die Beratungsstelle in Lübeck unterstützt: „Familie ist überall auf der Welt das höchste Gut. Geht die Flucht vor Krieg und Gewalt mit ihrer Trennung einher, müssen wir als Aufnahmegesellschaft alles tun, um den Betroffenen zu helfen. Wir sind froh, die Gemeindediakonie Lübeck zu unterstützen, damit Familien wieder Familien sein können“, sagt Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe.

 

Kontakt:
Abdulla Mehmud, Tel. (0451) 613 201-14,
mehmud@gemeindediakonie-luebeck.de

 

 

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